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Rassismus im Fußball – Mario Balotelli facht Diskussion an

Mario Balotelli ist im Sommer diesen Jahres wieder in die italienische Serie- A zurückgekehrt. Nach vielen Stationen in Europa ist er nun wieder in seiner Heimat Brescia angekommen.

Der mehrfache italienische Nationalspieler wurde in Palermo als Sohn von ghanaischen Einwanderern geboren, wuchs jedoch ab dem 3. Lebensjahr bei der Pflegefamilie Balotelli eben in Brescia auf.

Balotelli wurde bei Inter Mailand als talentierter Stürmer mit einer außergewöhlichen Schusskraft bekannt und debütierte im Alter von 17 Jahren am 17. Dezember 2007. Häufige Vereinswechsel folgten als Ergebnis unterschiedlicher Ansichten was die Regeln und das angemessene Verhalten als Fußball-Profi betrafen.

Trotz allem setzte sich Mario Balotelli immer gegen Rassismus ein und drohte schon vor einigen Jahren bereits als Spieler des AC Mailand bei rassistischen Anfeindungen während eines Spiels zukünftig das Feld verlassen zu wollen.

Beleidigungen in Fußball-Stadien mittlerweile Alltag

Balotellis Aussagen zeigen hier, dass Beleidigungen auf dem Spielfeld selbst für ihn alltäglich sind. Im Kern liegt das Problem daran, dass die Grenze zwischen Beleidigungen eines Spielers und Rassismus fließend sind. Ein Wort kann hier ausschlaggebend sein.

Noch vor einigen Wochen lief Mario Balotelli vor dem Spiel von Brescia gegen Neapel mit seiner Tochter aufs Spielfeld und setzt somit ein Zeichen.

Die nachfolgende Generation in Italien muss Fremdenfeindlichkeit bekämpfen und Fußballstadien nicht mehr zur Begegnungsstätte für übriggebliebene unzivile Verhaltensweisen nutzen.

Am Wochenende schien Balotellis Appell aber wieder Jahre entfernt.

Beim Spiel seines Teams Brescia Calcio bei Hellas Verona (2:1) am Sonntag 03. November 2019 drohte der exzentrische Stürmer in der 59. Spielminute damit, das Feld zu verlassen.

Es ist Zeit, dass Italien aufwacht und Ländern wie England oder Frankreich folgt.

Bei seinem letzten Auftritt für die italienische Nationalmannschaft im Sommer 2018 hatte Balotelli abermals an sein Heimatland apelliert, aber klar gemacht, dass die Rassismus Debatte sehr kompliziert sei.

Ich weiß nicht, ob es Rassismus, Neid oder sonst was ist, aber es ist eine Sache, die sehr schmerzt und stört. Es ist Zeit, dass Italien sich öffnet und die Menschen integriert, wie es Frankreich und England vormachen.

Mario Balotelli – 04.06.2018

Viele wissen nicht, dass Mario Balotelli, obwohl er in Italien geboren wurde erst mit seinem 18. Lebensjahr das Recht auf die italienische Staatsbürgerschaft erhielt. In Italien gibt es das sogenannte Ius Soli nicht, wie es etwa in den USA existiert.

Der Stürmer forderte vor einem Jahr indirekt eine Gesetzesänderung und führte in den sozialen Medien einen Schlagabtausch mit dem Chef der extrem rechten (Lega Nord) Matteo Salvini.

Lieber Mario, das “Ius Soli” ist nicht meine Priorität und auch nicht die der Italiener. Schönen Arbeitstag, und amüsiere dich hinter dem Ball.

Matteo Salvini über Balotellis Vorschlag zur Eingliederung von Kindern mit Migationshintergrund

Mario Balotelli spielte das Spiel zuende. Seine Kritiker ließ er mit einem seiner berüchtigten Distanzschüsse verstummen.

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