Dortmunds Spieler Hazard berührt den Ball mit der Hand im Revierderby. Der Arm ist ziemlich nah am KörperFlashBundesLiga FlashMAG 

9. Bundesliga-Spieltag: Neue Handspiel-Regeln in der Kritik

Nachdem an den letzten Wochenenden in der Bundesliga viele strittige Handspielsituationen noch tagelang diskutiert wurden muss man sich die Frage stellen, ob die Handregeln, die seit dem 1. Juni 2019 in Kraft sind, dem Fußball mehr Schaden als Nutzen bringen. Ich habe hier das Regelwerk sowie die Entscheidungen des 9. Spieltages mit den Stellungsnahmen des DFB zusammengefasst.

Handregeln auf einen Blick

Ein regelwidriges Handspiel liegt vor, wenn…

In der Regel liegt ein regelwidriges Handspiel vor, wenn ein Spieler den Ball mit dem Arm berührt und…

Ein regelwidriges Handspiel liegt auch vor, wenn der Ball in einer der beiden Situationen von einem anderen Spieler vorher gespielt wird.

Kein regelwidriges Handspiel liegt vor, wenn beim Zu-Boden-Fallen der Arm zum Abstützen in Richtung Boden geht und dabei der Ball den Arm berührt.

Viele strittige Handspiel-Situationen am 9. Spieltag

Am 9. Spieltag gab es einige Fälle, die diese neuen Regeln betrafen. Vielleicht auch deswegen nahm der DFB am Sonntagmorgen eine Stellungsnahme zu diesen Situationen. Aber der Reihe nach…

Am Freitagabend berührte der Mainzer Niakhaté den Ball im eigenen Strafraum mit dem Arm.

Bild von DAZN über Bild.de

Der Arm vergrößert hier deutlich die Körperfläche, dennoch entschied der Schiedsrichter Frank Willenborg auch nach Konsultation mit dem VAR, dass der Mainzer nicht regelwidrig handelte.

Der DFB sah dies anders…

In dieser Situation handelt es sich um ein strafbares Handspiel. Der Mainzer Abwehrspieler ist zum Ball orientiert und will den Ball abwehren. Der linke Arm ist beim Schuss vom Körper abgespreizt und vergrößert die Körperfläche. Er geht deutlich in die Flugbahn des Balles und bleibt dort auch in der abgespreizten Haltung.

Sportdirektor Armin Veh war nach dem Spiel wegen dieser Situation auch sichtlich enttäuscht.

„Wenn das kein Elfmeter ist, habe ich die Regelschulung nicht verstanden. Das ist für mich unfassbar“, echauffierte sich auch Sportdirektor Armin Veh nach dem Abpfiff. „Wenn der Schiedsrichter es nicht sieht und es keinen Videobeweis gibt – okay. Aber wenn man sich die Szene am TV anschaut und dann sagt, es war kein Elfmeter – dann weiß ich nicht mehr. Da hätte das Spiel eine Wende nehmen können.“

Beim 0:0 im Revierderby zwischen Schalke und Dortmund griff der VAR bei einer Situation Pro Schalke nicht ein. Den Schalkern schmeckte das gar nicht. Im Bild ist zu sehen, dass Hazard den Arm ziemlich nah am Körper angelegt hat. Der DFB interpretierte hier den guten Willen und eben nicht die Absicht des Dortmunders.

Dortmunds Spieler Hazard berührt den Ball mit der Hand im Revierderby. Der Arm ist ziemlich nah am Körper
Quelle: DERWESTEN über DAZN

Beim Spiel der Bayern am Samstagnachmittag (2:1) im Allianz Stadion gab es gleich zwei Elfmeter für die Union Berlin. Die strittige Situation gab es als Bayerns Perisic den Ball mit der Hand im Strafraum berührte. Der Schiedsrichter entschied erst, nachdem er sich die Situation nochmal angeschaut hatte auf Strafstoß.

Auch hierbei handelt es sich um ein strafbares Handspiel, da der Spieler Perisic mit einer klaren Orientierung zum Ball in die Situation geht und dabei eine aktive Bewegung mit der Hand zum Ball macht. Er dreht die Hand ja sogar noch zum Ball. Der Eingriff des Video-Assistenten ist korrekt, ebenso wie die Entscheidung des Schiedsrichters nach Ansicht der Bilder beim On-Field-Review auf ein strafbares Handspiel und somit auf Strafstoß zu entscheiden.

Beim 2:2 zwischen Bayer Leverkusen und dem SV Werder Bremen wurde in der 71. Minute ein Tor aberkannt, weil Nadiem Amiri Sekunden zuvor den Ball mit der Hand berührte.

Dass der Arm direkt am Körper angelegt war, war laut DFB nicht entscheidend.

Bei der ersten Situation, die im Vorlauf zum Tor von Bayer-Stürmer Alario stattfindet, handelt es sich um ein Handspiel in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Torerzielung. Hierbei spielt die Frage der Absicht grundsätzlich keine Rolle, da dieser Sachverhalt durch die Regeländerungen in Bezug auf die Bewertung von Handspielen zum Anfang dieser Saison klargestellt bzw. geändert wurde.

Insgesamt scheint es für die Schiedsrichter mit den neuen Handspielregeln deutlich komplizierter geworden zu sein eine Entscheidung zu treffen.

Die Diskussionen sind im Vergleich zu der Zeit vor dem Videobeweis geblieben. Der Fußball lebt nun mal auch von diesen strittigen Situationen. Insgesamt erscheint es aber nicht hilfreich die Regeln nicht einfacher und eindeutiger gestaltet zu haben.

Allein die Absicht bei einem Handspiel zu erkennen ist mehr als nur Interpretationssache, denn erfahrene Spieler wissen, wo der Ball landen wird auch ohne diesen mit den Augen vor einem Schuss zu beobachten. So kann der Eindruck entstehen, dass keine Absicht vorlag, obwohl es im Kopf des verteidigenden Spielers ganz anders aussah.

Die Diskussion wurde am Sonntagmorgen auch im Doppelpass fortgesetzt:

Bild der Doppelpass-Runde bei der heftigen Diskussion auf Sport1 - Untertitel "Irrsinn!" zu den Handspiel-Regeln
Doppelpass-Diskussion im Video vom 27.10.2019

Wie würdet Ihr die Handspiel-Regel revolutionieren ?

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